Aufarbeitung

Bis 1996 wusste man kaum etwas über dieses dunkle Kapitel hannoverscher Stadtgeschichte, bis die Historikerinnen Janet von Stillfried (geb. Anschütz) und Irmtraud Heike begannen an der Universität Hannover für das Projekt "Hannoversche Lager" zu forschen. Es konnten neben vielen anderen Aktivitäten eine kleine Wanderausstellung konzipiert, einige Publikationen herausgebracht und zwei Mahnmale - auf dem Seelhorster Friedhof zur Erschießung von 154 Häftlingen durch die Gestapo Hannover am 6.4.1945 und in Langenhagen zum dortigen Frauenkonzentrationslager im Bereich Brink-Hafen errichtet werden.

Stadtarchiv Hannover, Dokumentation Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg

Im Zuge ausdauernder Recherchen gelang es den Historikerinnen, mehr als 2.000 Überlebende ausfindig zu machen, Kontakt zu ihnen auszunehmen und vielfach persönliche Begegnungen mit Zeitzeugen herbeizuführen. Damit leiteten sie einen Verständigungs- und Aussöhnungsprozess ein, der noch lange nicht abgeschlossen ist und auch nachfolgende Generationen betrifft.

Seit dem Ende des Projektes "Hannoversche Lager" (2008) werden die Aktivitäten durch ehrenamtliches Engagement im Verein "Gegen das Vergessen./.NS-Zwangsarbeit" weitergeführt. Insbesondere die Aufarbeitung, Zusammenarbeit und Vernetzung mit Gedenkstätten, öffentlichen Einrichtungen, Experten, Opferverbänden, Zeitzeugen steht dabei im Vordergrund. So konnten mehrere Erinnerungsstätten im öffentlichen Raum durch Infotexttafeln in Hannover-Stöcken zur den Lagern der Firma Accumulatorenfabrik (AFA) und in Godshorn zu dem ehemaligen Standort eines sogenannten "Ausländerwöchnerinnenheims" und der Hansastraße 10, wo zahlreiche Kinder von Zwangsarbeiterinnen starben, geschaffen werden. Weitere Projekte zum Gedenken an ehemalige Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge in Hannover/Region sind in Planung.

Der Verein engagiert sich seit seiner Gründung für die Opfer, bzw. erforscht Opferschicksale, damit Angehörige oder Freunde Gewissheit zum Verbleib vermisster Personen - auch nach mehr als 70 Jahren - erhalten. Der Kontakt mit Überlebenden und Betroffenen ist insbesondere für die Aufarbeitung der Einzelschicksale notwendig. Diese sehr persönliche Form der Erinnerungskultur und der Einsatz für die Opfer spiegeln den Bedarf an der Arbeitsweise des Vereins wider.

Ein weiteres Anliegen des Vereins für die nächsten Jahre ist die Weitergabe von Erfahrung und Wissen an kommende Generationen.